© Darkwulf
Als sich ihre Blicke klärten nahmen sie eine Welt war, die dunkel und bedrückend da lag. Es war eine steinerne Einöde in der keine Pflanze wuchs und kein Tier je zu leben vermochte. Der Himmel war schwarz und Blitze zuckten über diesen hinweg. Jedoch drang kein Geräusch an ihre Ohren. Völlige Stille herrschte hier, die wohl niemals enden würde. In einiger Entfernung sahen sie einige weiße Amöben aus Licht, die über den Boden krochen. Neben ihnen waren zu ihrer Verwunderung Lichter aus dem Boden getreten, als ob dieser aus Wasser bestünde. Diese Lichter nahmen allmählich das Aussehen von großen Klumpen an aus denen sich binnen kürzester Zeit Gestalten heraus wanden die man nur ihrer Form nach menschlich Aussahen.
Details waren nicht zu erkennen, lediglich die Umrissen dieser Lichtgestalten. Diese kamen jedoch nicht näher sondern entfernten sich. Wenig später liefen sie weiter und empfanden selbst nach mehreren Stunden Marsches weder Durst noch Hunger. Auch fühlten sie sich nicht erschöpft, ja sie empfanden nichts. Irgendwann gelangten sie an einen steinernen Kreis an dem sie sich niederließen. Es war immer noch Still und es schien dunkler zu werden.
Starker Wind zerrte nun an ihrer Kleidung und in dem Steinkreis konnte man kurz einen Schatten erkennen, der ein verzerrtes Gesicht bildete, das sie lautlos anschrie. Molitor wischte sich über die Augen und schüttelte sich kurz. Hogan blutete plötzlich aus den Nasenlöcher und brach zusammen. Falk wollte sich gerade um ihn kümmern als er beobachtete wie Molitor scheinbar irgendetwas zischelte. Diesmal drangen Wortfetzen an sein Ohr und er konnte kurz den Donner des Gewitters hören. In diesem Moment blitzte es in der Mitte des Kreise auf und dort hing ein blaugrünes Flämmchen in der Luft und flackerte. Molitor ging darauf zu und umfasste es mit seinen Klauen. Sie wurden von einer Druckwelle umgerissen und schlugen hart auf dem ausgedörrten Boden auf.
Nun stand er da und schaute sie verwirrt an. Es war ihr Sohn, den sie damals vor dunklen Mächten verborgen hatten und ihn doch nicht gänzlich hatten vor ihnen schützen können. Doch hatten sie und Molitor endlich ihr Ziel erreicht und ihn vor dem sicheren Tod bewahrt. Er half ihnen nacheinander auf und bedankte sich bei ihnen tonlos. Lurthenor kannte diese unheimliche Gegend nicht. Ein rotes Tridektagramm erschien aus dem Nichts auf dem Boden. Blutrot lag es da und ließ den Boden erzittern der an einigen Stellen aufbrach.
Intuitiv umfasste Lurthenor den Stab seines Meisters und zeichnete verworrene Linien in den Boden die schließlich ein Pentagramm bildeten. Molitor kannte diese Verhaltensweise seines Schülers nicht und wahr sichtlich erstaunt darüber, wie er gekonnt diesen Zauber ausführen konnte, den er ihm nie beigebracht hatte. Er selbst kannte ihn auch nur aus seinen Büchern und er wusste das es sich hierbei um einen Pentagramma Spährenbann handeln musste. Molitor kam zu dem Schluss, das dieser jedoch nicht ausreichen würde um das Wesen zu bannen, das nun aus dem Tridektagramm schritt und das sie gehofft hatten abzuhängen.
Jetzt stand es jedoch entzürnt da und unter seinem Blick ging Efferdias Schwert in Flammen auf. Völlig überrascht ließ sie es zu Boden fallen wo es zu Staub zerfiel. Hogan lag immer noch da und versuchte gerade wieder hoch zu kommen. Die Kreatur stampfte auf sie zu und spuckte dabei Blut auf den Boden, das sich in Schwarze Würmer verwandelte, die auch auf sie zu krochen. Die Kreatur riss Falk nach oben und Efferdia schrie auf. Doch ihr Schrei würde niemand in der Stille, die stärker den je zu sein mochte, hören. Molitor schleuderte gerade einen Kugelblitz in Richtung der Würmer, denen dieser jedoch nichts ausmachte.
Falk Rodiak wurde zu Boden geworfen und landete zwischen den Würmern, die nun anfingen ihm in die Ohren, die Nase und den Mund zu kriechen. Efferdia wollte zu ihm eilen wurde jedoch von dem Ungetüm davon abgehalten. Es umgriff Efferdia die verzweifelt versuchte sich zu befreien. Molitor bereitete sich darauf vor einen Feuerstrahl zu entsenden wurde jedoch von Lurthenor am Arm gepackt. Bevor Molitor wusste was geschah wurde er von einem weißen Licht geblendet, das von seinem Stein kam.
Er drehte sich unruhig um und spürte auf seiner Haut das Sonnenlicht, das durch das Fenster drang. Das Kissen hatte er sich nochmal unter den Kopf geklemmt weil ihm der Nacken weh tat. Nach einer Weile wälzte er sich unruhig hin und her bis er aufwachte. Benommen ging er in das angrenzende Badezimmer und wusch sich das Gesicht. Beim Waschen ertaste er zwischen Bartstoppeln eine frische Narbe an seiner rechten Wange, die offenbar von einer Schnittverletzung stammte. Behände nahm er den brozenen Spiegel vom Regal und sah sein Gesicht, dem deutlich die Strapazen anzusehen waren.
Die Narbe würde wieder verheilen dachte er sich und legte den Spiegel wieder beiseite. Dann ging er die Treppe hinab in die Küche aus der er Geräusche gehört hatte. In der Küche saß auf einem Stuhl seine Frau und schälte gerade Kartoffeln. ,, Hallo Liebling .´´ ,, Hallo Schatz,, was ist den passiert ?´´ fragte Falk Efferdia. ,, Ich weiß nicht was du meinst .´´ ,, Du weißt es nicht ? hakte Falk erstaunt nach. ,, Du warst reiten und bist danach ins Bett gefallen wie ein Stein .´´ entgegnete Efferdia lächelnd. ,, Aber dieser Dämon ….´´ ,, Du hast einen schlechten Traum gehabt.´´ antwortete Efferdia entschieden.
,, Ich wurde auf den Boden geworfen und von Würmern attackiert.´´ In Falk stieg langsam die Panik hoch und seine Hände verkrampften sich. ,, Das ist alles nur eine Illusion.´´ schrie Falk Rodiak rasend und warf dabei einen Teller zu Boden. ,, Falk beruhige dich.´´ versuchte Efferdia ihren Mann zu besänftigen doch dieser machte einen Schritt auf sie zu und legte seine Hände um ihren Hals und drückte zu. ,, Falk bitte h ….´´ Dann brach sie leblos vor ihm zusammen. Er fühlte sich gut. Sie hatte ihn belogen und wollte ihn zum Narren halten. Sie hatte es eben nicht besser verdient. Waren dies wirklich seine Gedanken ? Hatte er dies wirklich getan ?
Panisch lief er nach draußen auf den Burghof und wischte sich mit der Hand über sein Gesicht. Wieder keimte in ihm diese Wut auf. Es war die pure Lust am töten. Jetzt hatte der Stallbursche sich seine Abreibung verdient. Er hatte ihn noch nie leiden können. Dieses dämliche Grinsen hatte ihn schon immer rasend gemacht. Schnurstracks hielt er auf den Stall zu und fühlte sich bei jedem Schritt stärker. Die Stalltür erzitterte unter dem Tritt und schwang nach Innen. Silan striegelte gerade eines der prächtigen Warunker und nahm Falk zu spät war. Falks Faust traf ihn schwer im Magen und brachte ihn zu Fall.
Dann trat er nach Silans Kopf, der geräuschvoll knackend nach hinten schwang. Blut überströmt lag er da und machte das gute Stroh dreckig. Wütend trat er ihm mehrmals in die Seite bis er auf dem sandigen Boden lag. Er würde diese Sauerei später beseitigen. Erst musste er mal was essen. In der Küche angekommen nahm er sich lachend einen Apfel und trank einen vollen Krug des guten Ferdokers. Jetzt fühlte er sich schon viel besser und ignorierte die erwürgte Frau auf dem Küchenboden.
Als er den Krug rülpsend geleert hatte holte er sich munter eine Flasche Wein aus dem Keller und drückte den Korken hinein. Dann ließ er den erfrischenden Saft seine Kehle hinab rinnen und bekleckerte dabei sein Seidenhemd. Dieser Wein vertrieb den Schmerz ein wenig, den seine Wut ausgelöst hatte. Aber er hatte noch nicht genug und nahm sich vor sofort in der Gewölbekeller zu gehen um bei ein paar Fläschchen einen klaren Kopf zu bekommen. Als er die Treppenstufen hinab ging spürte er, das ihm kalte Luft entgegen strömte.
Dann hörte er ein gurgelndes Geräusch welches zeitweilig lauter wurde. Er unterließ es seine Waffe zu ziehen. Er wollte den Störenfried mit der bloßen Faust strafen. Er würde nie wieder jemanden belästigen. Als er um die Ecke bog sah er einen schwarzen Schatten der über dem Boden schwebte und ihn offenbar beobachtete. Er verzog das Gesicht zu einem hämischen Grinsen und versuchte das Wesen an der Kehle zu packen, griff jedoch hindurch. Das Wesen blieb an der selben Stelle wie zuvor und bewegte sich auch jetzt kaum. Wütend schwang Rodiak herum und machte sich daran dem Schemen einen Tritt zu versetzten.
Bevor er jedoch dazu kam nahm ihn ein weißes Licht den Blick. Es war urplötzlich hinter dem Schatten aus dem Nichts aufgetaucht. Dann konnte er ein Stimmengewirr wahrnehmen, aus dem er vermeinte seinen Namen zu hören. Irgendjemand oder Irgendetwas rief permanent nach ihm. Nun hatte er das Gefühl das er die Stimmen irgendwo her kannte, aber sie momentan nicht zu zuordnen vermochte. Langsam wurde er müder und müder. Als er wieder etwas erkennen konnte, erkannte er schwach, das der Schatten auf ihn zu kam und nun dicht vor ihm verharrte. Wenige Augenblicke später grollte das Wesen : ,, Falk komm zu deinem Herrn !´´ Dies war der Moment in dem Falk Rodiak von seiner Müdigkeit überwältigt im Gang zum erliegen kam.
Langsam schlug er die Augen auf und bemerkte, dass er auf einer großen Wiese lag. Eine Hand fuhr über seine Rechte Wange und kurz darauf erblickte er ein ihm bekanntes Gesicht. Es war Efferdia die ihn erleichtert anlächelte: ,, Willkommen zurück ! ´´ sagte sie. Dann tauchten weitere Gestalten um ihn herum auf, die er als seine Begleiter und seinen Sohn ausmachen konnte. Offenbar waren sie alle ziemlich fertig und ihnen waren die gesamten Anstrengungen ins Gesicht geschrieben. Man half ihm auf und untersuchte ihn auf Wunden. Dies geschah auch auf magische Weise, da Molitor sichergehen wollte, dass sein Kampfgefährte nicht mehr von dämonischen Mächten heimgesucht wurde. Beruhigt nickte Molitor Zsichtor nach einer Weile und gab bekannt, dass alles in Ordnung sei.